Alle Fotos sind künstlich, weil sie Fotos sind. Und alle Fotos sind wahr, weil sie Fotos sind. Nun sollten wir darüber reden, warum wir sie lieben.
Christoph Ribbats

Ich bewege mich in keinem vorgefassten Genre, sondern bestimme subtil und situativ meine Bildinhalte, die immer wieder durch Begegnungen eine innere Bewegtheit hervorrufen, die sich letztendlich in einer Bildentstehung verdichtet. Dabei suche ich aber Formen meiner persönlichen Wahrnehmung. Ich verspüre auch kein Bedürfnis nach Objektivierung meiner Arbeiten, da es immer wieder meine Gefühle sind, die über meine Bilder zum Ausdruck kommen, und dabei bin ich immer auf der Suche und am Streben, das gelungene Bild zu schaffen.

Wenn über einzelne Genres gesprochen oder zugeordnet wird, existieren diese ja nur auf der Ebene ihres Gebrauches, es sind künstliche und informative Setzungen, die sich auf einzelne fotografische Tätigkeiten beziehen. Für mich ist Fotografie etwas zu komplexes, um mit der Reduzierung einzelner Bereiche einherzugehen.

Als konzeptionell Arbeitende, bediene ich mich der Fotografie, wähle die Möglichkeiten je nach Bildvorstellung aus und bediene mich situativ, geplant, meines bildhaften Stiles.

Die Umsetzung meiner Bilder ist ein subjektiver Prozess, dem viele Entscheidungen und Bildsprachenfindungen vorausgehen. Gemäß meinem Bildverständnis, meiner Vorstellung, meinem Gestaltungs-prozess und meiner Gefühlswelt zum jeweiligen Thema entstehen meine Arbeiten. Meine Vorstellung, meine Konzeption und meine Konsequenz bestimmen letztlich meine Umsetzung.

Dem geht aber eine Verbindung zwischen dem Zusammentreffen mit bestimmten Personen oder leerstehenden Räumen/Häusern voran, die meine Gefühle und Empfindungen in einer Art berühren oder sie zum Schwingen bringen, dass sich daraus innere Bilder ergeben, die in mir leben und reifen, bis sie sich dem fotografischen Akt der Bildentstehung stellen. Mein Denken und Handeln mit und über Fotografie ist jenseits einer realen Welt. Eine durchkonzeptionelle Fotografie, die subtil Tiefes vermittelt.

Das Ziel meiner Fotografie ist es, die Bilder wirken zu lassen, sie zu genießen und sie zu erfühlen - Gefühle anzusprechen, begreifen um dann die Bilder zu verstehen, um sie letztendlich zu lieben.

Mein Interesse gilt dem frühen 20.Jhdt und einer besonderen Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der Epoche der Bauhaus Zeit, darunter gilt meine große Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung dem Fotografenmeister Walter Peterhans dessen klare Bildaufbauten und Lichtsetzung mich seit meiner Ausbildung zur Fotografin nachhaltig prägten.

Jeannine Fiedler über Walter Peterhans / Lehrer am Bauhaus in Dessau:

  • - er ist der Mathematiker und Geometer, der auf Axiomen seiner
  • - Methodologie und seiner Systeme aufbaut. – Er ist Ästhet und
  • - Philosoph, der durch kreative Imagination die Gesetze der Natur
  • - formuliert. – Er ist der Lehrer, der an der Tafel steht und seine
  • - Grundregeln zur Erziehung in Platons Menon findet.
  • - Und nicht zuletzt ist er der Fotograf, der, um ein Tableau von
  • - formaler Perfektion zu schaffen, seine Werke arrangiert.
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